Interview, Neuerscheinungen

Drei Fragen an Susanne Rubin

Nach der Sommerpause …

geht es nun weiter mit unseren DREI FRAGEN, die heute von Susanne Rubin beantwortet werden. Schon bald folgen bibo Loebnau und Denise Brück. Auf den Erfolg von Denise sind wir ein bisschen stolz, denn sie hat sich von den Wortfinderinnen coachen lassen …

Die Autorin

Der Moment, in dem ein fertiges Manuskript abgegeben werden muss, löst so viele gegensätzliche Gefühle in mir aus. Abschiedsschmerz, Trauer, Erleichterung, Zufriedenheit, Zweifel. Am nachhaltigsten aber ist ein tiefes, allumfassendes Glücksgefühl. Ja, das bleibt.Susanne Rubin

 

https://susannerubin.de/

Foto: © Sabine Kayser

Susanne Rubin wurde in Hamburg geboren. Zusammen mit ihrem Mann, einem pensionierten Kriminalbeamten, lebt sie noch heute in ihrer Heimatstadt. Ihre inzwischen erwachsenen Söhne bezeichnet sie gern als die wunderbarsten der ganzen Welt. Sie liebt Spieleabende mit ihrer Familie, hat eine ausgeprägte Schwäche für Milchschokolade und ist Kaffeetrinkerin aus Leidenschaft.
Als waschechte »Hamburger Deern« würde sie niemals von dort wegziehen. Zitat: »Woanders würde ich eingehen, wie eine vertrocknete Primel.«

Als Susanne Schomann hat die Autorin bereits große Erfolge mit ihren Liebesromanen gefeiert, die sie sehr gerne mit einem spannenden Krimiteil und zuweilen etwas Erotik würzt. Sie ist Mitglied der Autorenvereinigung DELIA. Derzeit arbeitet sie an einer neuen Familiengeschichte über mehrere Generationen.

Susanne Rubin dazu:

»Sie spielt vor den Toren von Hamburg auf zwei Gutshöfen. Zwei Familien, natürlich starke Frauen, große Lieben, Intrigen, Tragödien, Tod und alles, was sonst noch so dazugehört.«

Ich glaube, Susanne Rubin hat damit ihr Thema gefunden, denn sie erzählte mir: »Ich finde es wirklich interessant, wie sich Frauen mit Wissensdurst, Ambitionen und eigenen Vorstellungen in der Zeit um die Jahrhundertwende auf die eine oder andere Art behaupteten. Ich glaube, genau in dieser Zeit begann der Umbruch. Bei der Recherche bin ich auf sehr viele faszinierende Beispiele gestoßen. (In »Die Frau des Kaffeehändlers« erwähne ich beispielsweise Anna Sacher) Das muss aber nicht unbedingt heißen, dass es sich immer um eine Unternehmerin handeln muss. Es kann auch schlicht ihre Rolle innerhalb der Familie sein, die dann ausschlaggebend und schicksalhaft für alle ist.«

Photo by Merlene Goulet on Unsplash

Drei Fragen

Was bedeuten dir das Schreiben und die Literatur?

Susanne Rubin: Bücher haben mich seit jeher fasziniert. Von meinen Eltern weiß ich, dass ich es z.B. liebte, die Bücher in unserem Regal anzusehen, neu zu sortieren und zu streicheln, noch bevor ich selbst lesen konnte. Als ich dann zur Schule kam, konnte ich natürlich bereits lesen, was die Lehrerin damals nicht unbedingt lustig fand. Lesen wurde zu meiner allerliebsten Beschäftigung. Ich war Einzelkind, das machte es leichter, dafür die nötige Ruhe zu finden. Das Schreiben kam hinzu, als ich ungefähr zehn Jahre alt war. Es hat mich niemals wieder losgelassen.

Wie lautet dein wichtigster Tipp für angehende AutorInnen?

Susanne Rubin: Gib nicht auf, auch nicht, wenn es einmal Rückschläge gibt! Schreibe möglichst jeden Tag und hab Geduld mit dir und deinen Figuren. Informiere dich unbedingt über die Abläufe einer Veröffentlichung im Verlag. Hierzu kann man viele Tipps im Internet finden. Such dir eine gute und passende Agentur und mach einen großen Bogen um Zuschussverlage. UND: Such dir einen guten Steuerberater.

Historisches Foto, motorisierte Droschke in Hamburg (aus Familienbestand)

Susanne Rubins Großvater mit seiner Droschke (Foto: privat)

Was hat dich zu DIE FRAU DES KAFFEEHÄNDLERS inspiriert?

Susanne Rubin: Sicher hat es eine große Rolle gespielt, dass ich eine echte Kaffeetante bin und meine Heimatstadt sehr liebe. Über Kaffee, aber auch über Hamburg, habe ich unendlich viel gelesen. Die Geschichte zu »Die Frau des Kaffeehändlers« hat also schon ganz lange in mir geschlummert. Da ich aber unter meinem zweiten Pseudonym Susanne Schomann zunächst zeitgenössische Liebesromane geschrieben habe, fehlte mir einfach die Zeit, mich intensiver mit den losen Fäden und der vagen Idee auseinanderzusetzen. Dann passierte etwas ganz Entscheidendes: Meine Tante schenkte mir ein uraltes Foto. Sie hatte es in irgendeiner alten Kiste gefunden. Das Bild zeigte meinen Großvater auf seiner motorisierten Droschke. Zu meinem Opa hatte ich ein besonders inniges Verhältnis, deshalb habe ich mich unglaublich über das Foto gefreut, auch wenn es, dem Alter entsprechend völlig vergilbt und in seiner Oberfläche ziemlich brüchig war.

Mein jüngster Sohn ist Grafiker und hat außerdem Film- und Animation studiert. Er arbeitete das Foto professionell auf und ich habe es immer wieder betrachtet. Die losen Fäden meiner Geschichte verknüpften sich innerhalb von wenigen Stunden. Als ich anfing, die ersten Zeilen zu tippen, wurde mir endgültig klar, wie unglaublich wohl ich mich mit der Geschichte, der Zeit und den Figuren fühlte.

 

Die Frau des Kaffeehändlers von Susanne Rubin (ab 9.9.2019)

Die Frau des Kaffeehändlers

Ab 9. September 2019

Hamburg, 1896: Um vom Bankier Ferdinand Claasen einen Kredit zu erhalten, willigt der ehrgeizige Kaufmann Paul Friedrich Magnussen ein, dessen älteste Tochter Amalia zu heiraten. Amalia ist eine kluge Frau und mit ihrer Hilfe gelingt es Paul, seinen Kaffeehandel zu einem florierenden Unternehmen auszubauen. Doch Amalia ahnt nicht, dass er sich eigentlich von Anfang an zu ihrer schönen Schwester Helene hingezogen fühlte …

Über ein Jahrhundert später entdeckt Melina Peters in der Hinterlassenschaft ihrer Großmutter Hinweise auf eine Verbindung zu der Kaffeehändler-Dynastie. Sie bewirbt sich bei P.F. Magnussen und wird die Assistentin des faszinierenden Leonard Magnussen. Von da an taucht sie immer tiefer in die privaten Schicksale ein, die hinter der offiziellen Familiengeschichte im Verborgenen liegen. Sie ahnt nicht, wie sehr diese mit ihrem eigenen Leben verknüpft sind …

Susanne Rubin triffst du auf Lesungen und online bei Instagram oder Facebook 

Autorenfoto: Sabine Kayser, Fotostudio Blendenspiel, Hamburg
Beitragsfoto: Clem Onojeghuo/Unsplash